Anime ist ein japanischer Zeichentrickfilm. Diese basieren oft
auf Mangas ( japanische Comic) und werden für jede Altersgruppe produziert und
in verschiedenen Sparten. Durch eigenen Charakterdesign und die Art wie sie
gezeichnet werden, öffnen sie eine Blick auf das Leben im allgemeinen,
eigentlich kann sich jeder Mensch mit dem ein oder anderen Anime identifiziere,
wenn er aufmerksam genug ist. Und man kann tiefe Einblicke in die japanische
Kultur und ihre Sitten bekommen. Im Anime haben die Charaktere oft sehr große
Augen. Dieser Effekt (Kindchenschema) macht z.B. junge Frauen besonders kawaii (süß)
und wird zum echten Hingucker. Meistens sehen die Figuren jünger aus als sie
sind. Am wichtigsten ist jedoch die Tatsache das Augen das Spiegelbild der Seele
sind, so kann viel über das Gefühlsleben der Figuren zum Ausdruck gebracht
werden. Wieso haben aber fast alle Animecharaktere runde Augen, also eigentlich
wie im Westen? Japaner finden diese Augen nicht "unasiatisch" sondern finden die
Frage danach sehr unverständlich. Das gleiche gilt im übrigen für die Haarfarbe
die ja auch mit in die Charakterzüge eingebunden wird.
Animes sind eigentlich recht realistisch gezeichnet auch wenn die Figuren und
die Körper sehr stark idealisiert (siehe überlange Beine oder super ästhetische
Frauenfiguren) werden. So muss man also, wenn man Animes zeichnen will eine gute
Anatomiekenntnis haben. Eine Ausnahme bilden hier die "superdeformed Figuren"
(SD). Hier werden die Proportionen stark verniedlicht und kindlich gezeichnet (kawaii),
so das selbst Bösewichter sehr süß wirken. Das kommt oft in den Opening und
Endings vor , wird aber auch als Slapstick verwendet.
Tieranimes sind weniger weit verbreitet. Wenn Tiere im Anime vorkommen sind sie
meistens ein Maskottchen.
Im Anime ist die äussere Gestaltung sehr realistisch gehalten. Die Häuser und
Städte sind meistens ein zu eins Zeichnungen tatsächlicher Gegenden in Japan/Tokio
(siehe Tokio- Tower, der in sehr vielen Animes vorkommt).
Eigentlich könnte man die Anfänge des Animes darin begründen, das nach dem Krieg
in Japan das Geld fehlte um realen Filme zu drehen. Die Japaner behalfen sich
einfach damit, Filme zu zeichnen.
Ein Anime erzählt die Geschichten immer in begrenzten Episoden, meist fürs Tv.
Aber oft gibt es auch noch abgeschlossene Extras, die dann als Videoproduktion
oder dergleichen herausgebracht werden auf "OAV's" oder hier auch
OVA's genannt.
Im Mittelpunkt eines Anime stehen immer die Charaktere. Im Laufe der Serien
sieht man wie diese sich entwickeln und was für Persönlichkeiten sie haben, was
für Freundschaften, Vorlieben und Schwächen. Eigentlich wird alles sehr
lebensgetreu erzählt und man identifiziert sich oft mit einem Charakter weil er
einem so sehr ähnelt in seiner Art oder des eigenen Lebens.
Selbst die Bösen haben eine zentrale Rolle im Anime. Sie sind fester Bestandteil
und haben auch ein Leben, eine Vergangenheit und Wünsche und werden genauso wie
die übrigen Charaktere psychologisch bespiegelt. Deshalb muss man einen Anime
auch von Anfang bis Ende anschauen, weil wenn man sich nur eine einzelne Folge
ansieht, verpasst man komplette Handlungsbögen oder Entwicklungen einer Figur
oder der Geschichte.
Die Musik im Anime hat eine ganz besondere Bedeutung. Vor allem die Songs der
Openings und Endings sind fast immer von super Qualität und werden meistens vom
Hauptcharakter des jeweiligen Anime selber gesungen. Zumeist verwendet man den
J-Pop Musikstil, der einer eigenen Musikindustrie in Japan zugrunde liegt.
Durch die Musik oder auch durch die Backgroundmusik kann man sehr gut einzelne
Handlungen oder Gefühle sehr gut betonen. Oder man verbindet bestimmte Momente,
Geschehnisse einzelner Anime mit immer wiederkehrenden Melodien.
Im Anime werden genauso oft ernste Themen wie Umwelt, Krieg; Weltuntergang, als
auch genauso oft Liebe als Thema behandelt. Die Liebe im Anime hat eine
besondere Bedeutung.
Sie wird fast immer als reine Liebe dargestellt und hat meistens die "wahre
Liebe" zum Hintergrund. Oft handeln die Animes nur davon, ob sich nun ein Paar
kriegt oder nicht und sie müssen oft viele anstrengende Abenteuer und
Gegebenheiten überstehen damit sie am Ende endlich glücklich werden können.
Da Japan kein prüdes Land ist, wird die Sexualität im Anime/Manga sehr offen
behandelt. Nacktheit wird mitunter schon 14-jährigenzugemutet, was man immer an
Badeszenen und dergleichen sieht. Deshalb werden im jeden Anime das ein oder
andere Mädchen oft "entblösst", z.B. indem fast zufällig mal der Rock durch den
Wind nach oben fliegt oder wie in Love Hina wo Keitaro immer reinzufällig auf
Naru fällt und sie dabei unsittlich berührt. So was wird also oft auch für
spaßige Szenen im Anime verbunden und bringen die fehlende Frischheit und
Offenheit mit auf die Leinwand.
Im Anime wird auch der Tod auf besondere Art und Weise dargestellt. Jeder
Charakter ist niemals sicher vor dem Tod. Das zeigt das die japanische Kultur
stark auf die Vergänglichkeit basiert. Echte Schönheit und vor allem der Sinn
des Lebens wird erst durch den Tod erreicht. Ein typisches Symbol dafür ist die
Kirschblüte, die Schönheit und Tod (sie fällt ab und stirbt damit) in sich
vereint. Wenn also eine Person sich verliebt und es ist die Zeit der
Kirschblüten, bedeutet es bestimmt das wenn die Liebe erfüllt wird, sie noch
viele Unannehmlichkeiten zu bestehen hat, bis entweder die Liebe sich festigt,
oder aber niemals erfüllt wird. Eine Person die zur Zeit der Kirschblüte in den
Krieg zieht, wird diesen wohl nicht überleben aber vorher noch viele Heldentaten
vollbringen.
Shonen und Shojo Animes sind weit verbreitet. Shonen heißt übersetzt Junge,
Shojo heißt Mädchen. Es herrscht deshalb oft eine Trennung beider Animearten.
Animes für Junge sind stark Handlungsorientierte Geschichte mit männlichen
Helden, während Mädchen mit Geschichten versorgt werden in denen es um
Beziehungen, Freundschaft oder Liebe geht.
Oft werden beide Arten auch vermischt und noch öfter sind es heute " Heldinnen"
im Anime die die tragenden Rollen spielen. Der männliche Animeheld ist ein
schüchterner, passiver und meist etwas tollpatschiger Typ der eher zufällig in
die Geschichte hereinstolpert und ohne seine Begleiterinnen die erste Folge
nicht überleben würde. Siehe Tuxedo Mask aus Sailor Moon, der eigentlich nie was
schaffen würde ohne seine Geliebte Sailor Moon. Der Grossteil der Anime Welt ist
also fest in Frauenhand, was sehr verwunderlich ist wenn man die japanische
Kultur betrachtet die immer noch sehr geprägt ist durch männliches Denken und
Handeln.
Des
Weiteren werden Shonen Animes noch weiter unterteilt. Shonen (Knabe), Seinen (junge
Männer) und Seijin (Männer). Auch bei Shojomanges existiert eine Unterart:
Bishonen («schöner Knabe»). Bishonen Mangas handeln von den Beziehungen zwischen
homosexuellen Männern und richten sich ausschließlich an heterosexuelle Frauen
und Mädchen und nicht - wie man vielleicht vermuten könnte - an schwule Männer.
Bei uns gelten Animes und Mangas leider sehr oft als Kinderangelegenheit, obwohl
sich ein Grossteil an Jugendliche und Erwachsene richtet. In Japan sind Animes
ein Markt mit Milliardenumsätzen, überall findet man die Charaktere, auf
Telefonkarten, Lebensmitteln, Wäsche, Spielwaren und etliches Merchandise mehr.
Es gibt fast nichts was man nicht zu einer Serie kaufen kann, deshalb hat auch
fast jeder Anime ein Maskottchen. Auch der Markt für Video und Musik CDs finden
einen großen Absatz. Wie man ja an den OAV's sieht die auch hierzulande eine
immer größeren Fangemeinschaft haben.